Inhaltsverzeichnis Quellen Kirchen-, StA-Bücher Hufenklassifikation Namenverbreitung Schreibweise der Namen
Die Schwedische Matrikel
Quitzin
Nach dem Aussterben der Pommerschen Herzöge mitten im Dreißigjährigen Krieg sollte das Land vertragsgemäß an Brandenburg fallen, aber beim Westfälischen Frieden kam Vorpommern - mit einem Streifen rechts der Oder einschließlich Stettins sowie das mecklenburgische Wismar mit Neukloster und der Insel Poel - als Reichslehen an Schweden. Hinterpommern übergab Schweden auch erst 1853 an Brandenburg.

Das alte pommersche Steuersystem, auf Hufenmatrikeln basierend, war ungenau und nicht mehr zeitgemäß, so daß der schwedische König 1690 eine Vermessung des Landes befahl, die im wesentlichen zwischen 1692 und 1698 von acht oder neun schwedischen Landmessern, die in Uppsala studiert hatten, durchgeführt wurde. Sie fertigten detaillierte Karten mit Beschreibungen an und notierten die Namen der Bewohner.

Die Karten und Akten der Schwedischen Landesaufnahme sind fast vollständig erhalten, wurden aber erst Anfang des 20. Jahrhunderts wissenschaftlich bearbeitet; weitere Einzelheiten dazu sind bei Wikipedia zu finden.

SVEA-Pommern hat sich zum Ziel gesetzt, Karten und beschreibende Texte des Gebietes nördlich der Peene zu editieren und über das Internet zugänglich zu machen; bisher ist aber nur eine relativ kleines Gebiet um Greifswald bearbeitet worden.

Für die Datenbank Steuerregister wurde im wesentlichen eine Abschrift der Pommerschen Landesbauernschaft aus der Vorkriegszeit verwendet, die sich im Nachlaß Holz im Archiv des Herolds in Berlin befindet und die Klaus-Dieter Kreplin publiziert und zur Verfügung gestellt hat.

Gegenüber der 20 Jahre späteren Blankenseeschen Hufenklassifikation war das schwedische Vorgehen sehr viel moderner und genauer, in genealogischer Hinsicht aber deutlich schlechter. Den Schreibern der Hufenklassifikation, die aus Pommern oder Berlin stammten, war die Schreibweise der Namen der schreibunkundigen Bauern und Kossäten vertraut oder doch nicht ganz fremd – anders als den schwedischen Landmessern, die Deutsch erst noch lernen mußten. Man kann sich gut vorstellen, daß mit vielen Familiennamen, die sie aufzeichneten, wenig anzufangen ist.

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